Dennis Cornelius ist für die technische Betreuung der Bäder zuständig. Er kennt sich aus und weiß, was unter der Wasseroberfläche und um das Becken funktionieren muss.
Oben ist das Sportbad Westerholt während der Revision menschenleer. Unten hingegen ist ordentlich was los. Es zischt, pumpt, rauscht und gluckert. Während der jährlichen Revision, ist der Blick hinter die Kulissen besonders spannend. Denn dort, wo Gäste niemals unterwegs sind, zeigt sich, was ein Schwimmbad eigentlich am Laufen hält. Man kann hier einmal um das Becken herumlaufen. „Das ist schon eine Welt für sich“, sagt Dennis Cornelius, der für die technische Betreuung der Bäder der Hertener Stadtwerke zuständig ist.
Und tatsächlich: Der Keller hat mit dem vertrauten Bild eines Schwimmbads wenig zu tun. Zwischen dicken Rohren, Leitungen, Pumpen, Filtern, Armaturen und Technik führt der Weg einmal unter dem Becken entlang. Überall hört man Wasser in Bewegung. Während der Revision wird die gesamte Technik gründlich überprüft. Rund 800.000 Liter Wasser werden aus den Becken abgelassen. Filteranlagen, Stellmotoren und Klappen werden kontrolliert, die Chlordosieranlage getestet. „Bis zur letzten Klappe wird alles einmal geprüft“, sagt Cornelius. Auch die Becken selbst werden von Hand gereinigt.
Die Qualität muss stimmen
Eine wichtige Station ist das Feinsieb. Hier kommt das sogenannte Schwallwasser an, also Wasser, das aus dem Becken verdrängt wird. Im Sieb bleibt hängen, was dort nicht hingehört: Haare, Zopfgummis und andere Kleinigkeiten. Einmal pro Woche wird das Sieb gereinigt. „Das ist das Wasser, das früher jeder kannte, wenn die ganze Familie in der Badewanne war und das Kind als Letztes kam“, erklärt Cornelius augenzwinkernd.
Auch die Wasserqualität wird kontrolliert, im laufenden Betrieb sogar dreimal täglich. Während der Revision aber bekommt die Technik ihre große Inspektion. Oben ist davon später nichts zu sehen. Genau das ist schließlich das Ziel: Unten darf es ordentlich zischen und gluckern, damit oben alles funktioniert. Was später wieder völlig selbstverständlich aussieht, ist also das Ergebnis eines ziemlich aufwendigen Zusammenspiels.